Gemeinsam Leben und Lernen Düsseldorf e.V.

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Neue Studie bestätigt Erfahrungen aus Düsseldorf: 
Eltern brauchen eine echte Wahl bei der inklusiven Bildung

27.08.2026

Die am 30.6. 2026 veröffentlichte Untersuchung „Inklusive Bildung zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) bestätigt die Erfahrungen von Gemeinsam Leben und Lernen Düsseldorf e.V.: Viele Eltern entscheiden sich nicht aus Überzeugung für eine Förderschule, sondern weil ihnen eine gut ausgestattete inklusive Beschulung faktisch nicht offensteht. Gestern wurde vom DIMR eine Auswertung für NRW basierend auf der Befragung von 2.315 Eltern von Kindern mit Behinderungen veröffentlicht. In Nordrhein-Westfalen werden 54 Prozent der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen unterrichtet.

Die Studie zeigt, dass die Mehrheit der Eltern eine inklusive Beschulung bevorzugen würde, wenn die Rahmenbedingungen an allgemeinen Schulen stimmen. In Nordrhein-Westfalen lehnen rund 81 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder mit Behinderungen eine getrennte Beschulung ab. Fast 69 Prozent der Eltern von Kindern an Förderschulen geben an, dass sie ihr Kind bei besseren Bedingungen auf eine allgemeine Schule geschickt hätten. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass fehlende personelle und sachliche Ressourcen viele Familien dazu bewegen, sich gegen eine Regelschule zu entscheiden.

Auch in Düsseldorf ist diese Entwicklung sichtbar. So berichtete die Rheinische Post im April, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ innerhalb von acht Jahren von 493 auf 651 gestiegen ist. Diese Entwicklung darf nicht als Beleg gegen Inklusion verstanden werden, sondern macht deutlich, dass viele Familien auch fast 20 Jahre nach Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention noch immer keine verlässliche inklusive Alternative vorfinden. Das Deutsche Institut für Menschenrechte kommt für NRW zu dem Schluss: “Förderschulen dienen derzeit als Auffangbecken für Kinder, die aufgrund der strukturellen Defizite an allgemeinen Schulen dort nicht ausreichend gefördert werden. So bleiben segregierende Strukturen bestehen und allgemeine Schulen kommen ihrer Verpflichtung zur Inklusion nicht nach.”
„Die Untersuchung bestätigt, was wir seit Jahren in unserer Beratung erleben: Viele Eltern entscheiden sich nicht aus Überzeugung für eine Förderschule. Sie tun es, weil sie keine echte Wahl haben oder weil ihnen nur unzureichende Alternativen angeboten werden.” erklärt Michael Rieder, Vorstandsmitglied von Gemeinsam Leben und Lernen Düsseldorf e.V. Wenn Eltern von inklusiven Schulen weg und in Richtung Förderschule beraten werden, wird aus einer vermeintlichen Wahlfreiheit schnell eine gelenkte Entscheidung. “Von echter Wahlfreiheit kann erst die Rede sein, wenn inklusive Schulen so ausgestattet sind, dass Eltern guten Gewissens zwischen gleichwertigen Angeboten entscheiden können“, ergänzt Michael Rieder.

Auf der Website des Deutschen Instituts für Menschenrechte finden Sie die komplette Umfrageauswertung für NRW.
NRW-Auswertung

#NoNIPT – Monitoring jetzt!
Kontaktiere jetzt deine Bundestagsabgeordneten!

01.08.2026

Das Bündnis gegen die Kassenfinanzierung des Bluttests auf Trisomien #noNIPT (NIPT = Nicht-invasiver Pränataltest) hat in diesem Jahr erreicht, dass ein fraktionsübergreifender Antrag im Parlament eingebracht wurde, der ein Monitoring der Konsequenzen dieser Tests fordert. Eine geplante namentliche Abstimmung im Bundestag sollte Ende Juni erfolgen wurde jedoch verschoben.

Das gibt uns allen die Gelegenheit, JETZT unsere Bundestagsabgeordneten auf das Thema und die kommende Abstimmung anzusprechen. Ziel ist es, dass sich eine breite Mehrheit im Bundestag für das Monitoring der Konsequenzen des Tests sowie der Einsetzung eines Gremiums ausspricht.

#noNIPT hat auf seiner Website hilfreiche Informationen zusammengestellt, die es jeder und jedem ermöglichen, schnell und unkompliziert tätig zu werden.

Let´s go!

 

Übergang Schule-Beruf für Menschen aus dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

03.02.2026

Mit Gästen aus der Bezirksregierung, der IHK, der Stadt Düsseldorf, dem BFZ Schlicherum und weiteren haben wir uns über den aktuellen Stand der Ausbildungsmöglichkeiten für diese Zielgruppe ausgetauscht. U.a. wurde das Projekt „Ausbildung mittendrin“ vorgestellt, die Kooperation mit Schlicherum und hoch3 sowie die Stolpersteine, die sich einem als Familie bieten können, wenn das Kind den Weg einer Ausbildung einschlagen möchte.
Wir bleiben dran und sind weiter im Gespräch.