UN-Behindertenrechtskonvention ausgehebelt:
Ohne Einbeziehung Betroffener bei den Planungen werden Düsseldorfer Schulbegleiter ab dem kommenden Schuljahr gepoolt

Ab dem kommenden Schuljahr soll Schulbegleitung für Kinder mit Beeinträchtigung gepoolt werden, d.h. eine Schulbegleitung kann für mehrere Kinder zuständig sein. Hierzu erfolgte seitens der Stadt eine öffentliche Ausschreibung, die derzeit ausgewertet wird. Anfang März verschickte das Amt für soziale Sicherung und Integration einen Informationsbrief über das Pooling, mit dem die Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt wurden.
„Der gesamte Vorgang verlief ohne Beteiligung der Eltern betroffener Kinder. Art. 4.3 der UN-Behindertenrechtskonvention besagt, dass Menschen mit Beeinträchtigung bei politischen Entscheidungsprozessen, die sie betreffen, aktiv mit einbezogen werden müssen. Es ist ein Skandal, dass dies nicht erfolgt ist. 2013 wurde der Beirat für die Belange von Menschen mit Behinderung der Stadt Düsseldorf darüber in Kenntnis gesetzt, dass Pooling geplant sei. Aktuell jedoch wurde niemand auf den neuesten Stand gesetzt, geschweige denn aktiv beteiligt. Zudem sind wir der Stadt und dem Amt seit vielen Jahren als Interessenvertretung bekannt. Umso mehr wundert es mich, dass man uns nicht einbezogen hat. “, so Ingo Berkemeier, Vorstandsmitglied von Gemeinsam Leben und Lernen Düsseldorf e.V.

Entsprechend geladen war die Stimmung bei einer Veranstaltung zu diesem Thema, zu der „Gemeinsam Leben und Lernen Düsseldorf e.V.“ am 7.4.16 eingeladen hatte. Es wurde deutlich, dass Eltern das Pooling nicht generell ablehnen, das Vorgehen des Amtes jedoch auf Ablehnung stößt. Heike Götz, Vorstandsmitglied Gemeinsam Leben und Lernen Düsseldorf e.V.: „Eltern haben v.a. die Sorge, dass ihr Kind einem Experiment zum Opfer fallen wird. Keine Beteiligung, ungeklärte Qualitätskriterien, zeitlicher Druck, wahrscheinlicher Wechsel der vertrauten Schulbegleitung – dies alles trägt nicht gerade zur Beruhigung bei.“